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Vom Jungpionier zum Staatsfeind

Vortrag zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in der ehemaligen DDR

Auf Einladung der Hanns-Seidel-Stiftung referierte Thomas Lukow auch in diesem Schuljahr wieder vor den Schülerinnen und Schülern der 10. Jahrgangsstufe.

In anschaulicher Weise zeigte der Referent anhand seiner eigenen Biografie auf, was es hieß, in einer Diktatur aufzuwachsen.

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Die Schülerinnen und Schüler vollzogen den Weg des Referenten vom begeisterten Jungpionier hin zum Mitglied der FDJ und erhielten Einblick in die damit verbundene Ideologievermittlung sowie die paramilitärische Schulung in den Bildungseinrichtungen. Es wurde deutlich, dass es dem DDR-System immer auch um die „Entindividualisierung“ ging: Einerseits unterstützt mithilfe von Massenveranstaltungen, andererseits mit der Erzeugung und Verbreitung von Angst. „Negativ feindliche Jugendliche“ wurden beobachtet, verhört und an ihrem Werdegang gehindert, auch erst 14-Jährige ohne konkretes Verfahren in geschlossenen Kindergefängnissen, den Jugendwerkhöfen, unter menschenunwürdigen Bedingungen inhaftiert und gebrochen.

Thomas Lukow berichtete auch von seinem Schlüsselerlebnis auf dem Alexanderplatz, als ihm als 18-Jähriger angesichts knüppelnder Volkspolizisten klar wurde, dass er dieses System so nicht mehr akzeptieren konnte. Mit dem Austritt aus der FDJ ging ein Qualifizierungs- und Studienverbot einher und die Überwachung durch die Stasi begann. So schlug er sich als Kraftfahrer, Rohrleger, Hausmeister, Verkäufer und Kellner durch. Nach einer privaten Musikausbildung an der Musikschule Berlin-Friedrichshain war er in der Musik- und Kulturszene am Prenzlauer Berg aktiv. Wegen des „Verdachts der versuchten Republikflucht“ wurde er 1981 zu 20 Monaten Haft verurteilt, die er in den Stasigefängnissen Hohenschönhausen und in Bautzen II verbringen musste. 1989 durfte er mit seiner Familie wenige Wochen vor dem Mauerfall ausreisen.

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Der beeindruckende Lebens- und Erfahrungsbericht machte deutlich, wie perfide der DDR-Staat mit den Methoden der Manipulation, der Überwachung und der Bespitzelung arbeitete und was es hieß, in Isolationshaft den psychischen Druck auszuhalten.

Thomas Lukow forderte die Schülerinnen und Schüler auf, die Werte der Demokratie nicht einfach als selbstverständlich hinzunehmen, sondern sich aktiv für den Erhalt der Freiheit und die Einhaltung der Menschenrechte einzusetzen.

Rosemarie Königer

   

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